Laufen, feiern, neue Leute kennenlernen: Was hinter „Run, Rave & Connect“ steckt
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Emma Behrens
20. August 2026

Wie hier beim eoRun Firmenlauf in Volkach, steht beim ersten Run & Rave der Spaß und das Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund. Foto: Silvia Gralla
Würzburg steht ein ungewöhnliches Lauf-Event bevor: Am Donnerstag, 27. August, veranstaltet peeps „Run, Rave & Connect“. Der gemeinsame Lauf endet mit einer Aftershowparty. Das Konzept stammt aus anderen Städten und kommt nun in die Mainfrankenmetropole.
Ableger von „Run & Rave“ Veranstaltungen in anderen Städten
Wer beim Laufen normalerweise an Trainingspläne, Kilometerzeiten und persönliche Bestzeiten denkt, dürfte bei „Run, Rave & Connect“ eine etwas andere Erfahrung machen. Am Donnerstag, 27. August, startet das Event um 19 Uhr in Würzburg. Organisiert wird es von peeps – the social club, musikalisch begleitet wird der Abend von DJ EmptyTree. „Run & Rave“ verbindet zwei Dinge, die zunächst nicht unbedingt zusammengehören: Sport und Party. Gemeinsam gelaufen wird nicht in erster Linie, um möglichst schnell ins Ziel zu kommen, sondern als Teil eines sozialen Events. Daher gibt es logischerweise keine Zeitabnahme. Gelaufen wird in einer sehr lockeren 7 bis 7:30 Pace (7 bis 7:30 Minuten für einen Kilometer Strecke). Das dürfte den allermeisten ambitionierten Läuferinnen und Läufern deutlich zu langsam sein. Dafür lässt das gemächliche Tempo zu, sich dabei noch mühelos zu unterhalten oder auch einmal ein paar Dance-Moves einzubauen, ohne gleich den Anschluss zu verlieren.
Das Konzept ist nicht neu. Bereits in Berlin, Leipzig und Konstanz fanden „Run & Rave“ Veranstaltungen statt. Gerade in Berlin gibt es auch seit mehreren Jahren Raves in Kombination mit lockeren Fahrradtouren. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die sportliche Leistung. Vielmehr soll das gemeinsame Laufen als Möglichkeit dienen, andere Menschen kennenzulernen. Und dabei wird zu elektronischen Beats gefeiert.
Was steckt hinter dem Veranstalter peeps?
Hinter dem neuen lokalen Ableger steht das Würzburger Start-up peeps von Gründerin Sophia Fries. Die Idee dahinter: Menschen sollen sich nicht hauptsächlich über soziale Medien, sondern bei gemeinsamen Aktivitäten im echten Leben kennenlernen. Die App bündelt dafür Events, Communities und Treffen. Nutzer können sich zu Veranstaltungen anmelden, sich im Event-Chat verabreden und laut Anbieter mit anderen Teilnehmern zusammengebracht werden, bei denen ein hohes Freundschaftspotenzial gesehen wird. Bei bestimmten Veranstaltungen gibt es außerdem sogenannte „peeps Connectors“, die beim Kennenlernen helfen sollen.
Fries organisiert bereits seit mehreren Jahren solche Veranstaltungen. Inzwischen ist aus der ursprünglichen Event-Idee ein Unternehmen geworden. Das ist ein wichtiger Punkt, wenn peeps über das Thema Einsamkeit spricht: Das Unternehmen verfolgt zwar ein gesellschaftliches Anliegen, ist aber kein ehrenamtliches Projekt. Hinter der Idee steht ein Start-up mit einem Geschäftsmodell. Die App selbst ist kostenlos, Geld lässt sich, wie in diesem Fall, unter anderem über Veranstaltungsgebühren und Tickets verdienen. Zusätzlich bietet peeps mit „peeps for business“ eine Plattform für Veranstalter, Unternehmen und Locations an, über die Events veröffentlicht und Tickets verkauft werden können. So ist aus der Idee, Menschen zusammenzubringen, ein kommerzielles Unternehmen geworden.
Mit dabei sind mehrere Running Club wie etwa der Espresso Running Club Würzburg. Auch der Mikroinfluencer Chrisfit hat sich angekündigt. Der Laufsportler ging mit seinen Videos viral, in denen er die fünf Straßenbahnlinien in Würzburg ablief und dabei interessante Fakten über das Straba-Netz erzählte.
Aftershowparty am Stadtstrand
Um Trittbrettfahrer, die sich kostenlos anschließen möchten, weitgehend zu vermeiden, wird der Startpunkt und die genaue Laufstrecke erst kurz vor Beginn in der App bekannt gegeben. Nach dem Lauf geht es zum Stadtstrand am Ludwigskai nahe der Löwenbrücke zur Aftershowparty. Wer nicht mitlaufen möchte, kann laut Ankündigung auch erst zum After-Event dazukommen – allerdings sind dafür dann auch die vollen 8 Euro fällig. Auflegen wird laut Veranstaltungsplakat DJ EmptyTree. Besonders hier soll das Konzept, locker und leicht mit Fremden ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen, aufgehen.

Stadtstrand in Würzburg mit Blick auf die Festung Marienberg. Foto: Silvia Gralla
Wie funktioniert die Anmeldung?
Die Anmeldung läuft über die peeps-App. Wer teilnehmen möchte, muss zunächst die App herunterladen und sich registrieren. Anschließend lässt sich das Event suchen und das entsprechende Ticket buchen. Die App ist kostenlos erhältlich (App Store).
Für die Veranstaltung werden laut Ankündigung zwei Ticketvarianten angeboten:
Run + After Event: 8 Euro
After Event only: 6 Euro
Damit werden die Teilnehmenden direkt an andere Angebote der peeps-App gebunden. Gleichzeitig zeigt sich auch hier, dass hinter dem Konzept mehr steckt als ein kostenloser Lauftreff: Die Veranstaltung ist Teil eines Geschäftsmodells, bei dem über Events und Tickets Umsatz erzielt werden soll.
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Für wen lohnt sich das Event?
„Run, Rave & Connect“ ist vor allem dann interessant, wenn das Ziel nicht lautet, schneller zu laufen als beim letzten Training. Wer beim Sport neue Leute kennenlernen möchte, gerne in der Gruppe unterwegs ist und anschließend noch etwas unternehmen will, dürfte mit dem Konzept mehr anfangen können.
Wer dagegen regelmäßig mehrere Kilometer in einem bestimmten Tempo läuft, Intervalltraining machen möchte oder auf persönliche Bestzeiten aus ist, sollte sich eher einen klassischen Lauftreff oder Laufwettbewerb suchen. Das soziale Konzept von peeps hat schließlich einen anderen Schwerpunkt: Nicht die Laufleistung steht im Vordergrund, sondern das Kennenlernen. Genau darin liegt auch die eigentliche Idee hinter „Run, Rave & Connect“: Der Lauf ist weniger Selbstzweck als Türöffner. Erst gemeinsam bewegen, dann gemeinsam am Stadtstrand den Abend verbringen und vielleicht entstehen dabei neue Kontakte.
Ob daraus tatsächlich Freundschaften werden, lässt sich natürlich nicht per App oder Event garantieren. Aber zumindest schafft das Format einen Anlass, bei dem Menschen mit ähnlichem Interesse überhaupt erst einmal zusammenkommen.

