Vorschläge aus unserer Community, die Zwiebelkirchweih in Würzburg attraktiver zu machen
Anzeige
Philipp Heilgenthal
2. September 2026

Impression der Zwiebelkirchweih 2026 in der Semmelstraße. Zwar war einiges los, doch viel wünschen sich eine Verbesserung der Traditionsveranstaltung. Foto: Philipp Heilgenthal
Die Zwiebelkirchweih ist eine jahrhundertealte Tradition und einzigartig in Würzburg. Doch in den letzten Jahren scheint das Fest in der Semmelstraße deutlich an Attraktivität verloren zu haben. Wir haben die Community nach Vorschlägen gefragt, wie man die Zwiebelkirchweih wieder mehr beleben könnte.
Die Zwiebelkirchweih in der Semmelstraße: Eine gelebte Tradition aus dem 17. Jahrhundert
Für diejenigen, die sich fragen, was die Zwiebelkirchweih überhaupt ist, gibt es hier einen kurzen Abriss: Schon seit 1647 brechen Wallfahrerinnen und Wallfahrer jedes Jahr am 20. August von Würzburg zum Kreuzberg in der Rhön auf, dem heiligen Berg der Franken. Ihre Rückkehr am 24. August wird seit jeher in Würzburg bejubelt und gefeiert, allem voran in der Semmelstraße. Hier ziehen die Wallfahrerinnen und Wallfahrer jedes Jahr durch und die Lokale und Bäckereien in der Semmelstraße, von denen es in der Vergangenheit noch viel mehr gab als heute, bereiten ihnen nach dem Schlussgottesdienst im Neumünster einen herzlichen Empfang mit Zwiebelkuchen mit frisch geernteten Zwiebeln und natürlich jeder Menge Frankenwein. Irgendwann kam ein Gastronom auf die Idee, die Feier auch nach draußen zu verlagern, da sein Lokal restlos voll war und das Wetter dazu einlud. Schnell folgten andere seinem Beispiel. So wird seit Jahrzehnten am 24. August extra für die Zwiebelkirchweih die Semmelstraße für Autos gesperrt, damit die Gastronominnen und Gastronomen ihre Zusatztische auf der Straße ausbreiten können. In den alten Zeiten wurde dabei wie bei jedem großen Fest eben auch viel musiziert und gemeinsam gesungen.

Das Wirtshaus zur Stadt Mainz ist seit Jeher ein beliebter Anlaufpunkt an der Zwiebelkirchweih in der Semmelstraße. Foto: Thomas Obermeier
„Früher war viel mehr los“- Gastronomisches Angebot wieder erhöhen
Vor allem auf Facebook wird in mehreren Kommentaren beklagt, dass es früher allerdings nicht nur deutlich mehr Besucherandrang sondern auch viel mehr Stände als in den vergangenen Jahren gab. Einerseits wird es damit erklärt, dass die Wallfahrt an sich erheblich weniger Zuspruch als noch vor Jahrzehnten bekommt und sich das eben auf die Begrüßung der Wallfahrerinnen und Wallfahrer auswirkt. Andererseits würde das geringere gastronomische Angebot verständlicherweise auch weniger Gäste anlocken. Michael erinnert sich auf Facebook: „Geschäfts-Zeilen beiderseits waren geprägt von einer sich engagierenden Gastronomie (Bürgerspital, Goldenes Fass, St. Josef, Stadt Mainz, Sophienbäck später Bitburger usf., quasi jedes vierte Haus eine) und Metzgereien, Bäckereien, Kupsch- und Vollkommer-Filialen, die alle mit ‚Outdoor‘-Ständen darauf warteten, der heimkehrenden Pilgerschar zu Diensten zu sein.“ Auch @mattkeyworth moniert auf Instagram, dass es wieder ein deutlich besseres gastronomisches Angebot geben müsse, wolle die Zwiebelkirchweih weiter bestehen.
Keine Werbung für die Zwiebelkirchweih: Viele hören zum ersten Mal davon
Nicht wenige beklagen, dass für die Zwiebelkirchweih keine Werbung gemacht wird. Viele der Userinnen und User wussten nicht einmal von der Traditionsveranstaltung. „Klingt aber eigentlich nach einem tollen Event also vielleicht mit (mehr) Werbung anfangen“, schreibt @dj.marc.louder unter unserem Instagram-Post. Tatsächlich gibt es seit Jahren keinerlei Werbung, die generell auf die Zwiebelkirchweih aufmerksam macht, weder ein Plakat noch eine Pressemitteilung oder ein Social Media Posting.
In mehreren Kommentaren wird vorgeschlagen, die Veranstaltung zu verschieben. Nadl schlägt vor, die Zwiebelkirchweih auf ein Wochenende zu verlegen, damit mehr berufstätige Menschen Zeit dafür finden. Der Vorschlag bekommt jedoch auch viel Gegenwind von Traditionalisten, die betonen, dass die Zwiebelkirchweih seit jeher am 24. August stattfindet. Andere würden einen Ortswechsel von der mit Autos zugeparkte Semmelstraße etwa in die Eichhornstraße mit seiner Fußgängerzone oder in den Innenhof des Bürgerspitals begrüßen. Woran dagegen niemand einen Grund sieht, daran zu rütteln: Am Namen und an der Tradition, Zwiebelkuchen anzubieten. Beides wird mehrmals in den Kommentaren verteidigt.
Zwiewelblootz sichtbarer machen, (mehr) Musik und Unterhaltung für die Kinder
Stattdessen wird sogar vorgeschlagen, den traditionellen Zwiebelkuchen (fränk: Zwiewelblootz) mehr ins Zentrum des Fests zu rücken. Neben vielen anderen Vorschlägen würde sich Kai Fraass – übrigens einer der beiden Übersetzer von „Asterix uff Meefränggisch“ – die Kür eines „Zwiewelblootzkönigs“ für die beste Version der regionalen Spezialität wünschen. Daneben schlägt er unter anderem vor, eine lange Tafel quer durch die Semmelstraße zu errichten und alte Fotos der Semmelstraße und der Zwiebelkirchweih während des Fests aufzuhängen.
Andere würden sich (Live)musik, einen DJ am Abend oder zumindest Musik aus dem Lautsprecher wünschen, da es bis auf dem Innenhof in der SPD in den letzten Jahren weder Livemusik noch Beschallung gab. Schließlich war ein mehrmals genannter Wunsch, auch etwas für Kinder anzubieten, beispielsweise eine Hüpfburg oder kleine Karussells.
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
Fazit: Eine Traditionsveranstaltung mit Verbesserungsbedarf, die im Kern jedoch erhalten bleiben soll
Zwar ist die Zwiebelkirchweih in der Semmelstraße nach wie vor rege besucht. Doch fast jeder der Kommentatorinnen und Kommentatoren sieht deutlichen Verbesserungsbedarf. Sie wünschen sich hauptsächlich ein größeres gastronomisches Angebot, musikalische Unterhaltung und ein Unterhaltungsangebot für Kinder. Viele beklagen auch, dass die Zwiebelkirchweih nicht beworben wird, weshalb andere beteuerten, deshalb noch gar nichts von der Veranstaltung mitbekommen zu haben. Am Kern der Traditionsveranstaltung möchten jedoch die Wenigsten rütteln: Sie soll nach wie vor „Zwiebelkirchweih“ genannt werden und dementsprechen soll der Zwiebelkuchen im Vordergrund stehen – für viele sogar noch mehr als bisher.

