9 Führungen am Tag des offenen Denkmals in Würzburg
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Philipp Heilgenthal
10. September 2026

Blick auf die Würzburger Altstadt. Foto: Stefan Bausewein
Am Sonntag, 13. September, ist Tag des offenen Denkmals. Das Motto lautet in diesem Jahr „NetzWERKE. Denkmale und Infrastruktur“ und legt den Fokus auf Bewegung, Austausch und Verbindungen, die durch Denkmale erzeugt oder begünstigt werden. Zu folgenden 9 Denkmälern und Orten gibt es an diesem Tag Führungen, die ihre vielschichtige Geschichte näher beleuchten, und die zum Teil normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind.
1. Alter Kranen

Der Alte Kranen bei Nacht. Foto: Silvia Gralla
In Würzburg werden an diesem Tag deshalb viele Denkmäler präsentiert, die mit Verbindungen jeglicher Art zu tun haben. Dazu gehört beispielsweise der „Alte Kranen“. Direkt am Main gelegen, erinnert der Alte Kranen an die Zeit, als Würzburg ein wichtiger Handelsplatz am Fluss war. Der barocke Hafenkran aus dem 18. Jahrhundert erleichterte den Transport von Waren und prägte das wirtschaftliche Leben der Stadt. Heute ist er ein bedeutendes Technikdenkmal und ein eindrucksvolles Symbol der Würzburger Geschichte.
Um 13 und 14 Uhr bietet hier Georg Götz 45-minütige Führungen an. Treffpunkt ist direkt vor Ort.
2. Historisches Archiv der WVV im ehemaligen Gaswerk

Ein Raum des Historischen Archivs der WVV. Foto: Cornelia Wagner
Ein weiteres Denkmal ist das Historisches Archiv der WVV. Dieses befindet sich im Turm des ehemaligen Gaswerks. 1875 wurde die Stadtgasproduktion an den Fuß des Steinbergs verlegt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die technischen Anlagen erneuert. Die Pläne für Halle, Turm und Wohnhaus stammen aus der Mitte der 20er Jahre. Das Gebäude wurde in den 30er Jahren im Stil der „Neuen Sachlichkeit“ umgebaut und im Jahr 2000 unter Denkmalschutz gestellt. Heute befindet sich im Turm eine umfangreiche Präsentation zum Thema „Energie im Alltag“.
Besonderheit: Im Historischen Archiv wird ergänzend zur Öffnung des „Hochbehälters Karolinenruhe“ (Rottendorfer Straße / B19, siehe Objekt 7.) eine Fotoausstellung zum Thema „Trinkwasserversorgung in Würzburg“ gezeigt. Führungen macht jeweils um 11 und um 15 Uhr Pressesprecherin Cornelia Wagner. Treffpunkt ist direkt am historischen Archiv der WVV, Turm, 2. Stock, in der Ständerbühlstraße 21.
3. Altes Mainviertel mit der Burkarder Kirche

Blick vom Schlossberg auf die Burkarderkirche und die rechtsmainische Altstadt. Foto: Philipp Heilgenthal
Ein weiteres Denkmal ist das alte Mainviertel. Das alte Mainviertel gehört zu den Keimzellen Würzburgs, hier steht mit St. Burkard eine der ältesten Kirchen unserer Stadt. In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft befinden sich die Reste des ehemaligen Umlaufkanals, der zu den interessantesten verkehrstechnischen Projekten der frühen Neuzeit gehört. Auch Kunst- und Literaturgeschichte wurde im Mainviertel geschrieben; hier tobte sich unter anderem Leonhard Franks „Räuberbande“ aus.
Eine Führung bietet Prof. Dr. Johannes Sander um 12:30 Uhr an, Dauer etwa 90 Minuten. Treffpunkt ist das Nordportal St. Burkard, Nähe Burkarder Straße 44, 97082 Würzburg
4. Frankenhalle in der Äußeren Pleich

Blick auf den Innenraum der historischen Frankenhalle in der Äußeren Pleich. Foto: Christoph Sommer
Die „Frankenhalle“ ist eine 1927/28 errichtete ehemalige und denkmalgeschützte Veranstaltungs- und Viehauktionshalle, die nach jahrzehntelangem Leerstand zu einem modernen Nahversorgungsstandort mit regionaler Ausrichtung revitalisiert wird. Prägende Elemente wie die stützenfreie Dachkonstruktion aus Holz sowie Teile des historischen Auktionsgestühls bleiben erhalten und werden in das neue Nutzungskonzept integriert. Die energetische Ertüchtigung erfolgt – unter Berücksichtigung der historischen Substanz – nach höchsten technischen Standards.
Führungen bietet Stefan Schunk um 10.30 Uhr, 12.30 Uhr, 14.30 Uhr und 16.30 Uhr an. Treffpunkt ist direkt am Eingang der Frankenhalle in der Veitshöchheimer Straße 14.
5. Hauptbahnhof

Der Hauptbahnhof in Würzburg. Foto: Daniel Peter
Prädestiniert für das Thema Verbindungen ist der „Hauptbahnhof Würzburg“. Seit der Anbindung Würzburgs an das Eisenbahnnnetz im Jahre 1854 gab es einen Hauptbahnhof in der Stadt, der sich zunächst aber dort befand, wo heute das Mainfranken-Theater steht. Bereits zehn Jahre später wurde am jetzigen Ort ein neues, repräsentatives Bahnhofsgebäude eröffnet, das am 16. März 1945 im Bombenhagel unterging. Beim Wiederaufbau entschied man sich gegen eine Rekonstruktion und errichtete ein funktionales Bauwerk in einem für die Nachkriegsarchitektur typischen Stil.
Durch das Denkmal führt Dieter Schanzer um 14.30 Uhr und 15.30 Uhr. Treffpunkt ist am Kaisergärtchen in der Kaiserstraße, vor dem Eingang C&A.
6. Ringpark

„Klein Nizza“ im Herzen des Rinparks. Foto: Fabian Roßhirt
Der „Ringpark Würzburger Altstadt“ ist nicht nur ein Naherholungsgebiet, er ist für viele auch eine Kommunikationsplattform beim Spazierengehen, Verweilen oder sogar beim Picknicken. Im Jahre 1900 wurden die Arbeiten im Kernstück des Würzburger Ringparks abgeschlossen. Jens P. Lindahl und Engelbert Sturm schufen auf wenig Fläche Stilelemente des Englischen Landschaftsparks und des Französischen Wandelgartens, die ihren Kulminationspunkt im Bereich des Wassergartens im Klein-Nizza erreichten.
Eine Führung bietet Dipl.-Bio. Joachim G. Raftopoulo, um 16:30 Uhr. Treffpunkt ist am Alten Amtsgericht, Ottostraße 5.
7. Hochbehälter Karolinenruhe

Eingang zum stillgelegten Hochbehälter Karolinenhöhe. Foto: WVV
Der Hochbehälter Karolinenruhe war der erste Trinkwasserspeicherbehälter der Stadt Würzburg und wurde im Jahr 1880 in Betrieb genommen. Er hat ein Volumen von 3.000 m³ und diente als Gegenbehälter für das damals noch mit Dampfmaschinen betriebene Wasserwerk Bahnhofstraße. Über den Behälter wurde der jetzige Bereich der Innenstadt mit Trinkwasser versorgt. Der Behälter wurde 2023 außer Betrieb genommen, d.h. er wird aktuell nicht mehr für die Trinkwasserversorgung von Würzburg eingesetzt.
Besonderheit: Im Historischen Archiv (Ständerbühlstraße 21, siehe Objekt 2.) wird ergänzend zur Öffnung des „Hochbehälters Karolinenruhe“ eine Fotoausstellung zum Thema „Trinkwasserversorgung in Würzburg“ gezeigt. Geöffnet ist der Hochbehälter Karolinenruhe am Tag des offenen Denkmals von 9 bis 12 Uhr. Betreut wird er von Frank Krönlein und Oliver Janietz. Treffpunkt ist am Eingang Hochbehälter Karolinenruhe, Kreuzung Rottendorfer Straße/B19.
8. Main als Verkehrsstraße

Das Flusskreuzfahrtschiff Alisa ankert unterhalb der Festung Marienberg in Würzburg. Foto: Manuel Scholze
Die älteste und wichtigste Verkehrsverbindung für Würzburg war immer der Main. Ein morgendlicher Stadtspaziergang entlang des Flusses am Tag des offenen Denkmals klärt auf über die Nutzung des Flusses und seines Ufers durch Schiffsverkehr, Flöße, Mühlen, Fischerei, Hafen, die verschiedenen Phasen der Flussregulierung, Wegekreuzung und die Öffnung und Schließung der Stadt zum Fluss. Auf dem Fluss kam Karl der Große nach Würzburg, auf dem Fluss verließen Weinfässer die Stadt, hier fuhren die ersten Raddampfer. Und wir erfahren, wie die Tatsache eines Flusses die Stadtentwicklung beeinflusst – bis heute.
Die Führung macht Stadtheimatpfleger Dr. Hans Steidle um 10.30 Uhr. Treffpunkt ist die Mainanlage, Willy-Brandt-Kai, gegenüber ehem. Lokal „Mainkuh“.
9. Bischofshut/Domstraße

Die Domstraße in der Weihnachtszeit. Foto: Dominik Ziegler
Wenn es um Verbindungen geht, darf die Würzburger Altstadt nicht fehlen. Die rechte Altstadt fand ihre Mitte in der Dom- oder Marktstraße, ausgehend von der Furt zum Dom. Die Ost-West-Achse musste in großem Bogen um Dom und Domviertel herumgeführt werden, die mittelalterliche Nord-Süd-Straße ist noch immer im Straßennetz der „Bischofsmütze“ gut zu erkennen. Wie waren Märkte und Unterkünfte in dieses Straßennetz integriert. Auch die späteren Straßenveränderungen, einerseits durch die Straßenbahn um 1900 und neue Verkehrsachsen für privaten PKW-Verkehr werden thematisiert. Im Raum steht auch die Frage, ob man in der Zeit der wachsenden Verkehrsberuhigung und der Nachkriegsarchitektur die historischen Stadträume noch erkennen kann?
Die Führung macht Stadtheimatpfleger Dr. Hans Steidle um 16.30 Uhr. Treffpunkt ist am Grafeneckart, Eingang zum Stadtmodell.
Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Pressemitteilung der Stadt Würzburg

