Multifunktionsarena Würzburg: Der aktuelle Stand des Großprojekts
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Philipp Heilgenthal
8. Oktober 2026

Zukunftsvision einer Veranstaltung in der Würzburger Multifunktionsarena. Visualisierung: Arena Würzburg Projektgesellschaft
Seit Jahren wird in Würzburg über das Projekt „Multifunktionsarena“ und dessen Machbarkeit geredet. Auch wenn es viele Hürden zu überwinden gibt, geht das Projekt kontinuierlich weiter. Wir geben einen Überblick über die generellen Fakten und den aktuellen Zeitplan des Projekts.
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Ziele und Nutzung der Arena
Die Arena Würzburg soll als moderne Multifunktionsarena für Konzerte, Shows, Sport- und Businessveranstaltungen genutzt werden, die es in dieser Form in der Stadt noch nicht gibt. In Nebenräumen sollen zusätzlich Veranstaltungen wie Konzerte in kleineren Formaten stattfinden können.
- Kapazität: Rund 7.000 Plätze bei unbestuhltem Innenraum (z. B. Konzerte). Für Basketballspiele sind bis zu 6.000 Plätze möglich
- Nutzung: Geplant sind jährlich etwa 140 Veranstaltungen
- Veranstaltungsangebot für Sport, Kultur und Kongresse (u.a. von Wirtschaft und Wissenschaft) jeweils etwa zu einem Drittel
- Sport: Heimspiele der Fitness First Würzburg Baskets und der Würzburger Wölfe, sowie Boxen und eSports
- Konzerte & Unterhaltung: Internationale Tourneen, Comedy, Musical-Shows
- Wirtschaft: Kongresse, Tagungen, Ausstellungen und Hauptversammlungen
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Vorteile für die Stadt
Die Arena soll laut der Arena Würzburg Projektgesellschaft moderne Architektur mit Transparenz, Nachhaltigkeit und Dynamik verbinden. Sie soll moderne Technik, flexible Nutzung und optimale Besucherfreundlichkeit bieten. Außerdem würde sie neue Arbeitsplätze schaffen.
- Klimaneutralität: Die Arena soll klimaneutral betrieben und ein Pilotprojekt für nachhaltiges Bauen werden
- Das soll durch Einsatz von erneuerbaren Energien, Dach- und Batteriespeicher, Umweltwärmenutzung, Wärmerückgewinnung, begrünte Dachflächen und klimaangepasste Außenanlagen passieren
- Wirtschaftliche Impulse: Das renommierte dwif-Institut prognostiziert eine jährliche Umwegrendite von über 25 Mio. Euro (Gastronomie, Hotellerie, Einzelhandel) sowie bis zu 90.000 zusätzliche Übernachtungen

Blick auf die geplante Multifunktionsarena von der Grombühlbrücke und Simulation eines Heimspiels der Baskets Würzburg. Visualisierung: PONNIE Images, Aachen
Standortwahl
Der Standort in Bahnhofsnähe wurde bewusst gewählt, um vorhandene Infrastruktur zu nutzen und eine hohe Erreichbarkeit zu gewährleisten. Gerade nach einem Wegfall des Posthallengeländes wird das umso interessanter.
- Lage: In unmittelbarer Nähe zum Würzburger Hauptbahnhof: In unter 10 Gehminuten erreichbar
- Eine Straßenbahn drei Bushaltestellen mehrerer Linien in unmittelbarer Umgebung
- Das ÖPNV-Ticket ist im Eintrittspreis enthalten (Bahn, Straßenbahn, Bus im Verbundgebiet Nahverkehr Mainfranken), was die Arena zu einer nachhaltigen Mobilitätsdrehscheibe macht
- Parken: rund 3.000 Stellplätze in fußläufig erreichbaren öffentlichen Parkhäusern (max 15 Minuten). Parktickets können direkt beim Ticketkauf reserviert werden
- Viele Fahrradstellplätze sowie Shared-Mobility Angebote (E-Scooter, Carsharing etc.)
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Aktueller Stand und Zeitplan: Baubeginn in Sicht
Nach Verzögerungen durch die Pandemie und den Ukrainekrieg sind die Voraussetzungen nun besser. Rund 20 Fachdisziplinen sind aktuell in die Konkretisierung der Planung eingebunden. Das Team besteht laut Website aus vertrauten Partnern und neuen ausgewiesenen Fachleuten. Die planerische Verantwortung liegt beim Büro Brückner & Brückner Architekten aus Würzburg und Tirschenreuth. Sie hatten bereits 2019 den internationalen Wettbewerb zur städtebaulichen Einbindung und Fassadengestaltung gewonnen. Eigentlich hätte die Finanzierung bis Mitte 2026 geklärt werden sollen. Von diesem Zeitplan rückte Oberbürgermeister Martin Heilig vor einigen Monaten ab. Aktuell arbeite man intensiv am Finanzierungskonzept aus Stiftung, Betrieb und Öffentlicher Hand.
- Was 2026 bereits passiert ist: Der Bebauungsplan ist rechtskräftig, der Stadtrat hat grünes Licht für die konkrete Umsetzung gegeben. Im März 2026 wurde der Bauantrag eingereicht, im September 2026 die Baugenehmigung erteilt. Im Juli 2026 beschloss der Stadtrat den Kauf des Grundstücks. Gleichzeitig liegen seit dem 24. September 2026 Unterschriften eines Bürgerbegehren gegen den Bau der Multifunktionsarena in Würzburg aus. Die Bürgerinitiative „Arena mit Augenmaß“ hält das Projekt für zu teuer.
- Der weitere angepeilte Zeitplan:
- 31. August bis 13. Oktober 2026: Bewerbungsfrist für potenzielle Betreiber
- November 2026: Haushaltsberatungen des Stadtrats zur Finanzierung des Baus
- Frühling 2027: Genehmigung des städtischen Haushalts der Regierung von Unterfranken
- Erste Hälfte 2027: Grundstückskauf und Beauftragung des Generalunternehmers
- Zweite Hälfte 2027: Baubeginn und Rohbau
- 2028: Ausbau und Fassadenarbeiten
- 2029: Fertigstellung der Außenanlagen
- 1. Januar 2030: Geplanter Start der Inbetriebnahme
Dabei handelt es sich jedoch um den aus Sicht der Projektgesellschaft idealen Zeitplan, der sich bei unvorhergesehenen Problemen nach hinten verschieben könnte. Vor allem ein erfolgreiches Bürgerbegehren der Bürgerinitiative „Arena mit Augenmaß“ könnte das Projekt zumindest vorerst ausbremsen.
Finanzierung und Veranschlagte Kosten für die Multifunktionsarena
Das Projekt wird von der Zukunftsstiftung Würzburg, der Stadt Würzburg, privaten Partnern und Fördermitteln finanziert. Überschüsse aus der Verpachtung fließen über die Stiftung zurück in gemeinnützige Projekte in Würzburg und Umgebung.
Stand jetzt geht die Projektgesellschaft von einer Summe von 85 Millionen Euro für den Bau der Multifunktionsarena in Würzburg aus. Dafür hat die Stadt Würzburg 34,5 Millionen zugesagt. On Top kommt für die Stadt 14,7 Millionen für das Grundstück. Kritikerinnen und Kritiker befürchten, dass sich die tatsächlichen Kosten im Laufe des Baus erheblich steigern könnten, wie etwa im Fall des Mainfranken Theaters.
Dem hält die Projektgesellschaft entgegen, dass der Bau durch das Finanzierungskonzept in privater statt in öffentlicher Hand sei. Dementsprechend könne man sich auch die Baufirmen selbst aussuchen, weshalb kein vom Architekten verschuldeten Desaster wie beim Mainfranken Theater zu erwarten sei. Darüber hinaus verweist die Projektgesellschaft darauf, dass unter anderem die Pacht ab der Inbetriebnahme finanzielle Überschüsse erzielen wird.

